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24.05.2013

Unterstützung entzogen – Erfolgreiche Patentverwertungsagentur muss Arbeit einstellen.

Entscheidung des Berliner Wirtschaftssenats nicht nachvollziehbar

Mülheim an der Ruhr, 24. Mai 2013 – Die TechnologieAllianz als deutschlandweiter Verbund der Patent-, Verwertungs- und Technologietransferagenturen zeigt sich überrascht und betroffen von der in der vergangenen Woche erfolgten Entscheidung des Berliner Wirtschaftssenats, der Patentverwertungsagentur ipal GmbH, die zu den professionellsten Patentverwertungsagenturen zählt, die wirtschaftliche Unterstützung zu entziehen. Mit diesem Schritt wird ein Loch in das bundesweite Netz der Versorgung der Hochschulen mit professioneller und kosteneffizienter Patentbewertung- und -verwertung gerissen. Überdies verliert die deutsche Wirtschaft einen wichtigen zentralen Ansprechpartner für die Einlizenzierung von Forschungsergebnissen.

Vor dem Hintergrund der nun durch die Wirtschaftssenatorin gestoppten Förderung der Patentverwertungsagentur des Landes Berlin über die Investitionsbank Berlin (IBB) sah sich die Gesellschafterversammlung der ipal GmbH am 16. Mai 2013 gezwungen, die Einstellung des Geschäftsbetriebs zu beschließen und somit alle Mitarbeiter zu entlassen. Damit sind die Hochschulen in Berlin im Bereich der Patentverwertung künftig auf sich selbst gestellt und müssen die Vermarktung ihrer Erfindungen jeweils für sich organisieren. Dementsprechend negativ fielen die Reaktionen der Hochschulleitungen auf diese „unerwünschte Zwangslösung“ aus.
Die TechnologieAllianz schließt sich der Kritik der verschiedenen Hochschulen Berlins an. Für Alfred Schillert, Vorstandvorsitzender des TechnologieAllianz e. V., ist die Entscheidung der Berliner Wirtschaftssenatorin nicht nachvollziehbar: „Die Dezentralisierung der Patentverwertung in Berlin führt zwangsweise zur Vorhaltung verschiedener Funktionen und Strukturen in jeder einzelnen Hochschule und somit letztlich auch höheren Kosten und hat weitreichende negative Konsequenzen für diesen Bereich, der nur langfristig ausgerichtet seine volkswirtschaftlich wichtige Wirkung voll entfalten kann.“

Dabei kann die ipal auf eine exzellente Geschäftsentwicklung gerade in den vergangenen Jahren verweisen. Noch vor wenigen Wochen gab die Patentverwertungsagentur des Landes Berlin das erfolgreichste Jahr seit ihrer Gründung vor rund zehn Jahren bekannt. So stiegen die Gesamterlöse aus der Verwertung gewerblicher Schutzrechte, während die Kosten pro Projekt gesenkt und die Produktivität gesteigert werden konnte. Die ipal setzte im Technologietransfer auch immer wieder entscheidende Akzente mit Vorbildcharakter: So entwickelte das Unternehmen seit 2011 sehr erfolgreich zusammen mit dem Technologie-Entwicklungs-Fonds der Investitionsbank Berlin aussichtsreiche Technologien erfolgreich weiter, um deren Verwertungschancen erheblich zu verbessern. Die Zukunft des Technologie-Entwicklungs-Fonds scheint nun ebenfalls ungewiss.

Auch der Zeitpunkt der Maßnahme des Berliner Wirtschaftssenats erscheint unverständlich, zumal die Erfahrungen in anderen Ländern wie insbesondere den USA und Großbritannien zeigen, dass selbst die erfolgreichsten internationalen Akteure, wie beispielsweise das Technology Licensing Office der Stanford University, fast 20 Jahre benötigt haben, um kostendeckend zu arbeiten. Trotz aller unabweisbar positiven Resultate der über die ipal realisierten zentralen Patent- und Lizenzverwertung für die Berliner Universitäten und Hochschulen wird somit nun ein richtungsweisendes Vorhaben auf der Zielgeraden zum Stillstand gebracht, die entsprechenden Aufgaben werden isoliert den einzelnen Hochschulen aufgebürdet und damit die ursprüngliche Zielsetzung der Verwirklichung einer flächendeckend vorhandenen, effizienten und kostengünstigen Patentverwertungsstruktur ad absurdum geführt.  

Gerade angesichts der Tatsache, dass die ipal GmbH 40% ihrer Abschlüsse mit der regionalen Wirtschaft getätigt hat, raubt diese Maßnahme der Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer dem Berliner Technologietransfer ein wichtiges Instrument, nämlich den Ansprechpartner aller technologierelevanten Berliner Hochschulen für die Industrie. Dies erscheint insbesondere im Hinblick auf ihr erst kürzlich geäußertes wichtiges Anliegen, „den Technologietransfer zwischen Unternehmen und Hochschulen […] zu intensivieren“ schwer verständlich.

Über die TechnologieAllianz
Die 1994 gegründete TechnologieAllianz e.V. ist ein Verbund deutscher Technologie- und Patentverwertungsagenturen und agiert als bundesweites Netzwerk zur Vermarktung von Technologien aus der deutschen Wissenschaft. Die 29 Mitglieder der TechnologieAllianz vertreten über 200 wissenschaftliche Einrichtungen mit mehr als 100.000 patentrelevanten Wissenschaftlern und erschließen Unternehmen das gesamte Spektrum innovativer Forschungsergebnisse deutscher Hochschulen und außeruniversitärer Forschungsstätten. Kooperationen mit Partnerverbänden wie dem BDI oder dem in Brüssel ansässigen Verband der europäischen Wissenstransfereinrichtungen ProTon Europe dienen der Optimierung der Verwertungsinfrastruktur. Dienstleistungen von TechnologieAllianz-Mitgliedern werden teilweise finanziert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen der Förderinitiative SIGNO Deutschland, die Hochschulen, Unternehmen und freie Erfinder bei der rechtlichen Sicherung und wirtschaftlichen Verwertung ihrer Ideen unterstützt.

Eine Auswahl von Technologieangeboten kann unter www.technologieallianz.de eingesehen beziehungsweise auf Nachfrage bei der Geschäftsstelle der TechnologieAllianz angefordert werden. Unter www.inventionstore.de erhalten Unternehmen Zugang zu neuesten patentierten Spitzentechnologien deutscher Forschung. Interessierte Nutzer können ihr individuelles Interessenprofil definieren und beziehen anschließend automatisch, kostenlos und tagesaktuell per E-Mail Informationen zu den für sie relevanten Technologien und Verfahren.


Ansprechpartner und weitere Informationen:
Laure Wolkers
TechnologieAllianz e. V.
Geschäftsstelle / Main office
c/o PROvendis GmbH
Schloßstraße 11-15
D-45468 Muelheim an der Ruhr / Germany
Phone: +49 (0) 208 94 15 89 70
Fax:    +49 (0) 208 94 10 55 0
laure.wolkers@technologieallianz.de
www.technologieallianz.de



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Quelle: TechnologieAllianz e.V.